Häufige Fragen

Was unterscheidet Genossenschaften von anderen Organisationen?

Zum einen natürlich ihre Geschichte als Solidar-Gemeinschaft aus der Grund- erkenntnis, dass eine Summe von Menschen ein Ziel erreichen kann, das zu gewinnen der einzelne zu schwach ist. Zum anderen der grundsätzliche Wille,
die Mitglieder dieser Gemeinschaft zu respektieren und zu fördern.

Daraus ergibt sich ein wesentlicher Unterschied: Wohnungsbau-Genossenschaften verbieten es sich, mit dem Gut “Wohnung” zu spekulieren oder höchstmögliche Gewinne zu erwirtschaften.

Sind Genossenschafts-Wohnungen grundsätzlich billiger als vergleichbare auf dem Wohnungsmarkt?

In aller Regel ja. Auch Wohnungsbau-Genossenschaften sind ökonomisch zu führende Wirtschafts-Unternehmen und müssen den Gesetzen des Marktes gehorchen, wenn sie erfolgreich sein wollen. Sie kaufen Grundstücke nach Marktpreisen, sie müssen beim Bauen das richtige – das heißt nicht immer das günstigste – Angebot finden.

Sie müssen, wie jeder andere Bauherr, das langlebige Wirtschaftsgut Wohnung finanzieren und darüber mit Banken und anderen Geldgebern verhandeln. Genossenschafts-Wohnungen haben dennoch oft günstigere Mieten, weil Genossenschaften für diese Arbeit ein besonderes Know-How entwickelt haben.

Wozu müssen Genossenschaften die Mieten erhöhen?

Wohnhäuser sind ein langfristiges Wirtschaftsgut. Belastet mit einem Paket von Kosten: Zins und Tilgung, Instandhaltungskosten, Abgaben, Gebühren und Steuern, Verwaltungskosten, Abschreibungen, Rücklagen und manches andere. Diese Kosten steigen beständig und können deshalb nur durch eine Erhöhung der Nutzungs-Gebühren ausgeglichen werden.

Ein anderer Grund für Mietensteigerungen sind Modernisierungen. Die Ansprüche an eine Wohnung haben sich im Laufe der Jahre verändert, sind gewachsen. Die Verteuerung der Energiekosten erfordert große Investitionen in Modernisierungs- maßnahmen, um die Nebenkosten zu reduzieren. Die Genossenschaften unternehmen daher große Anstrengungen, um ihre Wohnungen nicht nur zu erhalten, sondern auch zu erneuern. Angemessene Mieten sind dafür der Preis. Aber auch die Gewähr, dass die Wohnungsbestände auf Dauer für viele Menschen attraktiv bleiben.

Genossenschaften tragen nach ihrem Selbstverständnis auch für nachwachsende Generationen Verantwortung.

Was bedeutet es, ein genossenschaftliches Dauerwohnrecht zu haben, eine Art Kündigungsschutz-Gesetz für Mitglieder?

Die Genossenschaften schließen mit ihren Mitgliedern so genannte Dauer- Nutzungsverträge. Das bedeutet in der Praxis, die Wohnung ist nahezu unkündbar, außer bei schwerwiegenden Verstößen gegen die von allen Mitgliedern geformte Satzung der Genossenschaft. Eine Art Wohnungs-Versicherung also. Es gibt eben keinen Eigentümer, der sie mit einer Eigenbedarfs-Klage aus der Wohnung heraustreibt. Schließlich ist das Mitglied ja auch Miteigentümer der Genossenschaft.

Was ist die Satzung der Genossenschaft?

Satzung hört sich wie Gesetz an und das ist auch so zu verstehen. In der Satzung haben die Mitglieder einer Genossenschaft aufgeschrieben, welchen Zweck die Genossenschaft haben soll, welche Rechte und Verantwortlichkeiten der einzelne und die Genossenschafts-Organe haben und so weiter. Die Satzung ist die Verfassung einer Genossenschaft, die das Miteinander regeln soll.

Klar ist, dass diese Verfassung so ernst genommen wird, und dass nur die Mitglieder- oder die Vertreterversammlung sie mit großer Mehrheit verändern können.

Was sind denn Genossenschafts-Organe?

Das hat etwas mit der Organisation zu tun, das heißt, wie die Genossenschaft sich organisiert hat. Höchstes Organ einer Genossenschaft ist natürlich die Mitglieder-Versammlung. Sie wählt den Aufsichtsrat. Dieser beruft, berät und unterstützt den Vorstand und kontrolliert die Geschäfte. Der Vorstand führt die Geschäfte, repräsentiert nach außen und ist Ansprechpartner für die Mitglieder.

Wie kann ich Mitglied einer Wohnungsbau-Genossenschaft werden?

Zwei Antworten, eine richtige und eine realistische. Die richtige heißt: Indem ich einen Aufnahmeantrag stelle und die in der Genossenschaft verabredeten Anteile erwerbe, also eine bestimmte Menge Geld einzahle.
Die realistische Antwort: Wohnen bei Genossenschaften ist noch immer so begehrt, dass vor allem in Ballungsgebieten oft jahrelang gewartet werden muss, bis man eine Wohnung bekommt.

Was sind Genossenschafts-Anteile?

Mit den Genossenschafts-Anteilen beteiligt sich das Mitglied am Unternehmen, es wird Miteigentümer der Gewobau-Pfungstadt. Es wird bei unserer Genossenschaft keine Kaution erhoben!

Was geschieht eigentlich mit den Genossenschafts-Anteilen?

Die Summe der Anteile und der Rücklagen bildet das Eigenkapital der Genossenschaft. Geschäftliche Überschüsse werden von der Genossenschaft immer wieder in den Wohnungs-Bestand investiert und nicht konsumiert. Beim Austritt aus einer Genossenschaft wird das Geschäfts-Guthaben ausgezahlt.